Pflege

Leitziele der Einrichtung

  • Eine am Pflege- und Betreuungsbedarf orientierte quantitative und qualitative Personalbesetzung.
  • Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von internen und externen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.
  • Supervisionen.
  • Um die Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner möglichst lange zu erhalten oder ggf. wieder zu erlangen, wird in unserer Einrichtung eine aktivierende Pflege und Betreuung angeboten. Dies hat für die pflegerische Arbeit einen sehr hohen Stellenwert. Hauswirtschaftliche und Therapeutische Aktivitäten arbeiten auf diese Ressourcenerhaltung und -aktivierung hin und sind Basis des milieutherapeutischen Konzeptansatzes!
  • Die Pflege und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner wird entsprechend des individuellen Pflege- und Betreuungsbedarfs sichergestellt.
  • Sie wird unter Anwendung des Pflege- und Betreuungsprozesses und unter Berücksichtigung der individuellen Biographie nach dem neuesten Stand der Erkenntnisse durchgeführt und entsprechend dokumentiert.
  • Flache Hierarchie, kurze Kommunikationswege, ständiger Austausch zwischen allen Pflege- und Betreuungskräften sowie die Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse sind mit ursächlich für die hohe Zufriedenheit unseres Teams.
  • Durchführung einer geplanten Pflege und ein lückenloser Nachweis im Dokumentationssystem.



Aktivierende Pflege und Pflegetherapie


Um auf jede Form der Pflegenotwendigkeiten (geriatrische wie auch gerontopsychiatrische) adäquat eingehen zu können, macht sich unsere Einrichtung zum Grundsatz, das Ineinandergreifen von Pflege und Therapie jederzeit zu ermöglichen.


Das bedeutet letztendlich, dass es keine Trennung von Pflege und Therapie geben kann. Jeder einzelne Mitarbeiter und jede einzelne Mitarbeiterin ist somit gefordert, sich hinsichtlich der soziotherapeutischen Betreuung von Menschen einzubringen.


Die Aufgaben bei der Arbeit mit desorientierten und dementen Bewohnern fordern zusätzlich ein Höchstmaß an fachlicher Kompetenz und vor allem die Fähigkeit, im Team arbeiten zu können.





Das Pflegemodell der Villa Antika


Die Grundlage unserer Pflege richtet sich nach der individuellen Tagesstruktur des Bewohners. Das oberste Ziel des Pflegemodells ist es, dass sich der Bewohner nach dem Umzug in den neuen Lebensraum in seinen Gewohnheiten nicht verändern muss. Die gewonnenen pflegerelevanten Aspekte werden in die Tagesstruktur unserer Einrichtung soweit wie möglich miteingebunden.


Im Folgenden gehen wir auf die einzelnen Themenfelder ein, die die Grundlage der Anamneseerhebung und Planung der Pflegemaßnahmen in Form der Tagesstruktur sind. Sie sind in Abhängigkeit von der aktuellen Pflegesituation des Bewohners im Bedarfsfall zu ergänzen bzw. zu erweitern:


Nach dem Modell der SIS geht es in erster Linie um die Wünsche, Gewohnheiten und Eigenheiten des Bewohners. Bei der Eingangsfrage in der SIS wird der Bewohner gefragt, wie es ihm geht, welche Wünsche er hat und was wir als Pflegeeinrichtung für ihn tun können.
In dem offenen Gespräch wird festgestellt, ob der Bewohner seine aktuelle Lebenssituation wahrnimmt und realistisch einschätzen kann. Kann der Bewohner hierzu keine eigenen Angaben mehr machen, werden auch die Sichtweisen der Angehörigen oder Betreuer miteinbezogen.
Es erfolgt in diesem Themenfeld keine fachliche Einschätzung der Aussagen des Bewohners. Das Gesagte wird von den Pflegekräften auch nicht umformuliert, sondern wortgetreu wiedergegeben. Der Bewohner soll mit seinen Aussagen gehört und verstanden werden.


Entscheidend sind hierbei das aktive Zuhören und eine Hilfestellung beim Formulieren von Wünschen und Ängsten etc. Die Informationen des Pflegebedürftigen sollen möglichst im Originalwortlaut und um die erfragten (nicht interpretierten) Befindlichkeiten dokumentiert und nicht in die Fachsprache übersetzt werden.
Darüber hinaus können Aussagen zu pflegerelevanten biografischen Zusammenhängen aufgenommen und ggf. festgehalten werden


Die Themenfelder


Themenfeld 1: Kognition und Kommunikation

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit die pflegebedürftige Person in der Lage ist, sich zeitlich, persönlich und örtlich zu orientieren, zu interagieren sowie Risiken und Gefahren zu erkennen. Hier ist auch das Auftreten von herausfordernden Verhaltensweisen wie z.B. nächtlicher Unruhe, Umherwandern (Weglaufen) oder aggressiv-abwehrendes Verhalten zu beschreiben.
Die Pflegefachperson sollte möglichst prägnant diesbezüglich die pflegerische Situation mit Handlungs- und Gestaltungsräumen der pflegebedürftigen Person, ihren Kompetenzen, Gewohnheiten, Risiken und fachlichen Erfordernissen festhalten.


Themenfeld 2: Mobilität und Bewegung

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit die pflegebedürftige Person in der Lage ist, sich frei und selbstständig innerhalb und außerhalb der Wohnung bzw. des Wohnbereichs zu bewegen. Wichtig ist dabei die fachliche Einschätzung/Beschreibung der Möglichkeiten der Person, sich durch Bewegung in angemessenem Umfang Anregung verschaffen zu können sowie an der Alltagswelt teilzuhaben und teilzunehmen. Der Aspekt des herausfordernden Verhaltens muss dabei berücksichtigt werden.


Themenfeld 3: Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit die pflegebedürftige Person durch ihre gesundheitliche Situation/ihre Einschränkungen und Belastungen und deren Folgen pflegerischfachlichen Unterstützungsbedarf zeigt. Insbesondere sind die individuellen Belastungsfaktoren, die therapeutischen Settings, die Compliance oder der Handlungsbedarf und die eventuellen Unterstützungsbedarfe bei der Bewältigung von Risiken und Phänomenen (z. B. Schmerz/Inkontinenz) oder deren Kompensation zu beschreiben und hinsichtlich ihrer krankheits- und therapiebedingten Anforderungen einzuschätzen. Es geht nicht um die ausschließliche Aufzählung von Diagnosen und ärztlichen Therapien/ Medikamente, die bereits in anderer Weise erfasst und dokumentiert sind.


Themenfeld 4: Selbstversorgung

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit die pflegebedürftige Person in der Lage ist, z. B. Körperpflege, Ankleiden, Essen und Trinken etc. selbstständig/mit Unterstützung zu realisieren. Ziel ist die Unterstützung größtmöglicher Autonomie, Selbstverwirklichung und Kompetenz. Eventuelle (fachliche und ethische) Konflikte zwischen den obengenannten Werten und die Verständigungsprozesse sind nachvollziehbar zu beschreiben.


Themenfeld 5: Leben in sozialen Beziehungen

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit die pflegebedürftige Person Aktivitäten im näheren (häuslichen) Umfeld und im außerhäuslichen Bereich selbstständig/mit Unterstützung gestalten kann und wer sie ggf. dabei unterstützt (privates Umfeld).


Themenfeld 6: Wohnen und Häuslichkeit

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung dazu, inwieweit die pflegebedürftige Person ihre Bedürfnisse und Bedarfe in Hinblick auf Wohnen, und Häuslichkeit in der stationären Einrichtung umsetzen kann. Sie sind wichtig für die Erhaltung von Gesundheit, Kompetenz und Wohlbefinden und die Möglichkeit, sich zu orientieren sowie Sicherheit durch Vertrautes zu erlangen – insbesondere in der unmittelbaren Lebensumwelt (eigenes Apartment, im Doppelzimmer, Küchenzeile für bestehende Selbstversorgungspotenziale, Biografie, insbesondere bei Menschen mit Demenz).


Die Risikoeinschätzung

Für die Risikoeinschätzung wurde eine Matrix entwickelt. Diese berücksichtigt zudem, ob es sich um ambulante oder stationäre Pflege handelt. Mittels eines einfachen - hier gezielt eingesetzten – Ankreuzverfahrens wird eine erste fachliche Einschätzung von der Pflegefachperson zu möglichen pflegesensitiven Risiken und Phänomenen im Kontext der Themenfelder aus der SIS verlangt. Dies wird als wissenschaftsbasiertes Initialassessment bezeichnet.

Aus den Informationen der 6 Themenfelder und der Risikomatrix, wird dann entsprechend des Zustandes, der Fähigkeiten und der geäußerten Wünsche eine dem Hilfebedarf entsprechende Tagesstruktur erstellt.

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Betreuung

Die Hausgemeinschaft


Wir bezeichnen als Hausgemeinschaft, eine besondere Wohnform für pflegebedürftige ältere Menschen. Die hier betreuten Personen leben in überschaubaren, familienähnlichen Gruppen von 12 - 14 Personen. Diese Wohn- und Betreuungsform ist unserer Meinung nach besonders für demente Menschen geeignet.


Durch unsere Hausgemeinschaften, sollen klassische Organisationsformen stationärer Pflege durchbrochen werden. Die einzelne Hausgemeinschaft besteht aus 12-13 Personen, die in Gemeinschaft zusammenleben. Zentraler Lebensraum und Mittelpunkt des täglichen Lebens ist die gemütliche Wohnküche.


Neben der Überschaubarkeit der Räume (Kleinräumigkeit, klare Gliederung der Um- gebung und natürliche Orientierungshilfen), basiert unser Konzept der Hausgemein- schaften auf weiteren vier Faktoren:


  • Wertschätzende Einstellung und Haltung der am
    Pflege- und Betreuungsprozess beteiligten Menschen.
  • Verlässlichkeit und Sicherheit.
  • Berücksichtigung individueller Lebensgewohnheiten und Lebenserfahrungen.
  • Stützung der Selbstorganisation.



Betreuungskonzept


Bei alten Menschen besteht die Gefahr, dass sie sich isolieren und vereinsamen. Dies gilt in besonderer Weise für altersverwirrte Menschen, die spüren, dass ihre geistigen Kräfte nachlassen. Demenzkranke Menschen können geradezu wieder aufleben, wenn sie Zuwendung und Aufgaben bekommen und das Gefühl haben, verstanden zu werden.


In den räumlich getrennten Hausgemeinschaften haben wir daher unsere Betreuungsziele auf die motorische, kognitive und psychologische Förderung sowie auf die Förderung von Orientierungs- und Sozialkompetenzen gesetzt.


Diese reichen von hauswirtschaftlichen Aktivitäten bis hin zu tagesstrukturierenden Angeboten aus der Alltäglichkeit des früheren Lebens. Darüber hinaus kommen Tätigkeiten aus der individuellen Biographie aber auch solche der grundsätzlichen Aktivierung der Persönlichkeit in Frage, mit denen der Tagesablauf strukturiert werden kann. Einen Auszug dieses Angebots finden sie in der folgenden Broschüre.


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Personal

Die Komplexität der Anforderungen des individuellen Pflege- und Betreuungsbedarfs unserer Bewohnerinnen und Bewohner erfordert ein Höchstmaß an Qualifikation, sowohl fachlich als auch menschlich. Es werden folgende Fähigkeiten und Kenntnisse vorausgesetzt:


  • Freude und Interesse, ältere, pflegebedürftige Menschen zu pflegen und zu betreuen
  • Kenntnisse von geriatrischen Erkrankungen (internistische Erkrankung)
  • Kenntnisse über gerontopsychiatrische Erkrankungen
  • Kenntnisse im Umgang mit Medikamenten (vor allem Psychopharmaka)
  • Kenntnisse über Zielsetzungen, Pflege- und Betreuungsplanung (auch in der Gerontopsychiatrie)
  • Prinzipien der aktivierenden Pflege
  • Kenntnisse über den Umgang mit Angehörigen
  • Biografiearbeit
  • Kenntnisse über den Umgang mit der eigenen psychischen Berufsverarbeitung
  • Kenntnisse über die zu beachtenden Rechtsfragen (Betreuungsrecht)
  • Kenntnisse über die Anwendung von therapeutischen Rehabilitationsmöglichkeiten
  • Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang bzw. zum korrektem Einsatz von Pflegehilfsmitteln einschließlich allen Pflegeutensilien
  • Geduld und Einfühlungsvermögen
  • Methoden und Maßnahmen zur Vermeidung von Eskalationen



Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die tragenden Säulen unseres Unternehmens. Über deren Engage- ment, Fachlichkeit, Persönlichkeit und Identifikation mit dem Unternehmen, definiert sich im Wesentlichen die Pflegequalität. Daher legen wir aus- gesprochen viel Wert auf Personal- hygiene und Personalentwicklung. Ein hoher Anspruch an das Führungs- verhalten und Führungsverständnis aller Verantwortlichen in unserem Unternehmen.




Ständige Fort- und Weiterbildung und eine kontinuierliche Anleitung und Begleitung bilden dabei die Grundvoraussetzungen.



Unserem Personalkonzept liegt das Grundverständnis gegenseitiger Wertschätzung zugrunde.


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